Kleiner Katechismus

Der Chorraum

Als aller Erstes ist es wichtig, den Grundaufbau einer katholischen Kirche zu kennen, denn viele Dinge, die wir dort finden, werden in die Messfeiern miteinbezogen. Sie mögen zwar für alle sichtbar sein aber die ganze Bedeutung, erschließt sich erst, wenn man die biblischen und geschichtlichen Zusammenhänge versteht.

Wenn man die Kirche betritt, ist man oft überwältigt von den mächtigen Skulpturen, dem Kreuz, Ehrfurcht ergreift uns. Viele ältere Gotteshäuser, zu Zeiten erbaut, in denen die Kirche noch große Macht besaß, sind besonders prunkvoll gestaltet. Das Erbe der damaligen Zeit wird sorgfältig erhalten und die wunderschöne Architektur kann bis heute bestaunt werden. Doch soll das viele Gold und Bronze nicht vom eigentlichen ablenken sondern Anbetung bezeugen und derer auch dienen. Welche Dinge in den Gottesdienst und das christliche Leben besonders einbezogen werden, wollen wir im Folgenden erklären. 

Betritt man die Kirche, so findet man nahe des Eingangs kleine Weihwasserbecken. Hieraus entnimmt man ein wenig Wasser, bekreuzigt sich und spricht dabei leise die Worte: „In Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen.“ Man tut dies, um sich an seine Taufe zu erinnern.

Weiterhin befindet sich in der Regel im Eingangsbereich der Taufbrunnen, für den in manchen Fällen auch eine kleine Taufkapelle errichtet ist. Der Täufling wird also zunächst durch das Tauchen in das Becken oder Begießen mit dem Weihwasser als Kind Gottes in Seine Gemeinschaft aufgenommen, bevor er den Kirchenraum betritt.

In einigen Gotteshäusern kann der Taufbrunnen auch im Altarraum stehen, in anderen wiederum gibt es gar keinen. Hier werden die Taufen mit Hilfe einer Taufschale durchgeführt.

Das Bedeutungsvollste in einer Kirche ist der Chor- bzw. Altarraum. Fast immer ist er nach Osten gerichtet, nach Jerusalem und somit zu Jesus Christus – die aufgehende Sonne. Die vorwiegend gewölbte Decke stellt ein Symbol für den Himmel dar, woher der Heilige Geist hinabsteigt, welcher in der Eucharistiefeier auf die Gaben (Brot und Wein) gesandt wird.

Die Fensterbilder, die sich im Altarraum befinden, erzählen häufig von Ereignissen aus dem Leben Jesu, Marias Himmelfahrt oder deren Krönung. Es sind die beiden Person, denen im katholischen Glauben die meiste Verehrung gilt und da der Chorraum ein Ort der Anbetung ist, werden sie hier abgebildet. Zu dem erinnern sie uns an das Opfer, das Jesus und Maria für uns Menschen brachten.

Das auffälligste Symbol jedoch, welches uns daran erinnert, ist das Kreuz. Dies ist nicht nur das weltweite Erkennungszeichen der Christen. Es verdeutlicht ebenso die Leiden Jesu aber auch Hoffnung auf Vergebung und Auferstehung und veranschaulicht die Liebe Christi zum Menschen und zu Gott, dem Vater, und soll dadurch ermutigen, nach seinem Vorbild zu leben.

Was finden wir noch in einem Gotteshaus? Die wichtigsten Dinge und ihre Erklärung findet ihr im Folgenden aufgelistet.

Der Altar ist zum einen eine Anlehnung an den Tisch des letzten Abendmahles, bei dem Jesus sich mit seinen Jüngern versammelte und zum ersten Mal Eucharistie feierte. Er reichte ihnen Brot und Wein als Symbol für seinen Leib und sein Blut, welches Jesus für uns opferte.

Die eucharistischen Gaben werden auf dem Altar bereitet, was bedeutet, das Brot und der Wein werden verwandelt - in den Leib und das Blut Christi.

Zum anderen erinnert der aus Stein gehauene Altar an den Golgotha – Felsen, auf dem Jesus hingerichtet wurde.

Der Altar wird durch einen Bischof geweiht. Im seinem Innern werden Reliquien ( z.B. Knochen ) eines Heiligen eingearbeitet, welches den Altar indem selbst heiligt. Dieser Heilige ist zugleich Namenspatron der jeweiligen Kirche. Manche Gotteshäuser sind auf dem Grab eines Heiligen errichtet, wie z.B. der Petersdom in Rom, welcher über dem Grab des Apostels und ersten Priesters - Petrus - erbaut wurde.

Der Tabernakel ist das Bedeutenste im Chorraum. Das Wort, abgeleitet aus dem Lateinischen, meint Hütte oder Zelt, welches an das „Offenbarungszelt“ aus der Bibel erinnern soll. In ihm wurden die Schrifttafeln Moses’ aufbewahrt.

Gleichsam wird der Tabernakel als „Wohnung Gottes“ angesehen, denn hier wird das eucharistische Brot, der Leib Christi, aufbewahrt und wird daher als das Allerheiligste bezeichnet.

Neben dem Tabernakel befindet sich das ewige Licht, eine rot leuchtende Kerze. Wie der Name schon verrät, brennt dieses Licht allezeit. Es bedeutet, dass Jesus anwesend ist, dass er für uns da ist. In der Zeit von Karfreitag bis zur Osternacht jedoch, erlischt die Kerze, auch der Tabernakel wird ausgeräumt. Es sind die Tage, an denen Jesus in das Reich der Toten hinabgestiegen ist, also nicht gegenwärtig war. Am Tage seiner Auferstehung wird das Licht wieder entzündet.

Der Ambo, der Tisch des Wortes, ist der Ort von dem aus Lesungen, das Evangelium und die Fürbitten vorgelesen werden. Auch die Predigt hält der Pastor am Ambo. Oftmals sind Symbole in den Lesepult eingearbeitet. Wie z.B. der Hirtenstab, der ein Symbol für Jesus als Hirte und die Priester darstellt, die diese Aufgabe fortführen. Hirte zu sein, bedeutet Leiten, für jemanden Sorge tragen. Ein anderes Symbol ist das Fischernetz, welches an die Worte Jesu, gerichtet an seine Jünger, anlehnen soll, welche lauteten: „Ich werde euch zu Menschenfischern machen.“ Ob und welche Symbole benutzt werden ist abhängig vom Architekten der Kirche.

Die Osterkerze wird jedes Jahr an Ostern entzündet. In der Osternacht wird vor der Kirche ein Feuer entfacht, an dem der Pastor die ca. 1 m lange Kerze entzündet. Danach trägt er sie in die noch vollkommen dunkle Kirche. Während des Ganges bleibt er dreimal stehen und ruft die Worte „Lumen Christi“ ( Christus, das Licht ) und die Gemeinde antwortet „Deo gratias“ ( Dank sei Gott ). Das Licht symbolisiert Jesus, der unser Licht, unsere Hoffnung ist und uns aus der Dunkelheit führt.

Auf der Kerze sind die Jahreszahl und die Zeichen Alpha und Omega abgebildet. Alpha und Omega, der erste und letzte  Buchstabe des griechischen Alphabets, machen deutlich, dass Jesus der Anfang und das Ende ist, „das A und O“.

Die Osterkerze brennt bei den Heiligen Messen, Taufen und Trauungen. An ihr werden die Tauf – und Brautkerze entzündet.

Was die katholische Kirche ebenfalls auszeichnet ist der Beichtstuhl, eine zweiteilige Kabine aus Holz, welche sich nahe des Kircheneinganges befindet. Der Name stammt aus früheren Zeiten, in denen der Priester auf einem Stuhl saß und der Beichtende neben ihm auf dem Boden kniete. Später wurde diese Form verändert und blieb bis heute bestehen. Der Beichtstuhl kann aus zwei geschlossenen Kabinen bestehen oder halboffen sein, wobei der Beichtende sichtbar bleibt.

In modernen Kirchen findet man ein Beichtzimmer, in dem es nur eine Trennwand mit einem kleinen Gitterfenster gibt, vor dem man beim Bekennen der Sünden niederkniet.

Neben dieser Form des Beichtens wird das Beichtgespräch angeboten, wobei sich Priester und Bekennender wie bei einer normalen Unterhaltung gegenüber sitzen.

Der Gang vom Hauptportal bis zum Altar kann zusammenfassend als Weg eines christlichen Lebens verstanden werden - ein Pfad beginnend mit der Taufe, auf dem Gott angebetet und verehrt wird, bis hin zur Auferstehung, zur Auffahrt in den Himmel. 


 

Die Dreifaltigkeit

„Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott (...) und das Wort ist Fleisch geworden.“ ( Johannes 1; 1, 14)

Wie einigen vielleicht bekannt ist, glaubt die christliche Kirche an die Dreifaltigkeit, den dreieinigen Gott, was bedeutet – Gott ist der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Gott, der Vater, erschuf die Welt und die Menschen.

Jesus, der Sohn, der menschgewordene Gott, kam zu uns auf die Erde, um das Wort Gottes zu verkünden. Er hatte die Erscheinung eines Menschen, doch besaß er göttliche Gaben, wie Heilung der Kranken, Erkennen von Gedanken, Vergeben von Sünden und er erweckte Tote zum Leben. Hieran erkennt man, dass Gott auch in ihm ist.

„Der Herr aber ist der Geist, und wo der Geist des Herren wirkt, da ist Freiheit.“

Doch was ist der Heilige Geist? Er ist nichts Sichtbares oder etwas, was wir uns wie eine Person vorstellen können und darum schwerer zu erfassen.

Man könnte es so beschreiben: der Vater ist die Liebe, der Sohn die Wahrheit und der Heilige Geist die Kraft. Ihn sendet Gott auf uns nieder und gewähren wir ihm Eintritt, so hilft er uns, Gottes Wort zu verstehen, Gottes Wort zu halten und Ihn in seiner ganzen Schönheit zu spüren.

Der Heilige Geist ist es, wenn wir meinen, dass Gott zu uns gesprochen hat.

Folglich kann man nur den Heiligen Geist spüren, wenn man auch an Gott glaubt.

Symbolisch wird er von der Kirche häufig durch eine weiße Taube dargestellt, da sie im Allgemeinen als ein Sinnbild für Friedfertigkeit und Sanftheit angesehen wird.

Für ein besseres Verständnis, wie der Heilige Geist in uns wirkt, werden im Folgendem die sieben Gaben desselben geschildert.

Die Gabe der Weisheit: Gott schenkt uns die Gabe, zu erkennen, wie wir handeln müssen, wann wir uns einer Aufgabe stellen müssen.

Die Gabe des Verstandes: Mit dieser Gabe, verstehen wir Gottes Wort und erkennen sein Wohlwollen in allem, was uns widerfährt.

Die Gabe des Rates: Der Heilige Geist hilft uns, anderen zu helfen, die uns um einen Rat bitten.

Die Gabe der Stärke: Durch sie können wir zu Gott stehen, auch vor denen, die ungläubig sind.

Die Gabe der Wissenschaft: Mit Hilfe dieser Gabe, finden wir Freude am Lernen und daran, unser Wissen an andere weiterzugeben.

Die Gabe der Frömmigkeit: Uns wird gegeben, unseren Nächsten zu lieben, für ihn zu beten und auf Gott zu vertrauen.

Die Gabe der Furcht des Herren: Durch sie lernen wir Gottes Werk zu ehren und als gut anzusehen.

Zusammenfassend lässt sich also sagen: Wer wahrlich an Gott glaubt, dem ist das Glück gegeben. Er glaubt an Jesus, durch den wir auferstehen können, durch den uns alle Sünden vergeben werden und an den Heiligen Geist, durch den wir Gottes Liebe spüren und sein Tun verstehen.

„Der Herr aber ist der Geist, und wo der Geist des Herren wirkt, da ist Freiheit.“

( 2. Korinther 3; 17 )


 

Das Weihwasser

Das Weihwasser wird als Segenszeichen der Kirche begriffen. Dem Wasser wird die ursprüngliche Funktion als Gebrauchsgegenstand entzogen, indem ein Priester ein Segensgebete darüber ausspricht.

Mit dem Segen wird immer das Wohlwollen Gottes betont.

Weihwasser wird bei Taufen, zur Weihe von Gebäuden, Plätzen und Gegenständen benutzt und gilt unter den Christen als Symbol zur Erinnerung an ihr Bündnis mit Gott, ihrer Freundschaft mit Jesus Christus.

Aber warum gebraucht man eigentlich Wasser?

Wasser ist Ursprung allen Lebens, ohne es ist Überleben unmöglich, es reinigt und erfrischt. Wasser kann eine starke Naturgewalt sein und Leben bedrohen, es jedoch auch retten.

All diese Bedeutungen lassen sich auf Jesus Christus und Gott zurückführen.

Gott hat uns erschaffen und durch sein Sterben hat Christus uns ein neues Leben geschenkt, die Menschheit von aller Sünder befreit, uns rein gewaschen.

Dies soll die Taufe symbolisieren. Mit dem Eintauchen in das Weihwasser sterben wir in Christus und stehen mit ihm wieder auf, befreit von aller Schuld. Sie ist der Beginn eines neuen Lebens -  ein Leben nach dem Beispiel Jesus’, als Kind Gottes in seiner Gemeinschaft.

„Zusammen mit dem ganzen Volk ließ auch Jesus sich taufen. Und während er betete, öffnete sich der Himmel, und der Heilige Geist kam sichtbar in Gestalt einer Taube auf ihn herab, und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.“

( Lukas 3, 21-22 )

An diesen Bund erinnern sich alle Getauften beim Eintreten in die Kirche, indem sie Weihwasser aus einem Gefäß beim Eingang entnehmen und sich bekreuzigen.

Neben all dem Segensreichen, was Jesus uns bringt, kann er auch eine Bedrohung für alles Schlechte auf der Welt darstellen. Am jüngsten Tag, wenn Jesus auf die Erde kommt, wird er gegen das Böse kämpfen bis es vernichtet ist, wie Wasser das Feuer bekämpft.

Johannes der Täufer: „ Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich;(...) Ich habe euch nur mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.“

( Markus 1, 7-8 )

An Ostern, das höchste Fest des Christentums, wird das Wasser für das gesamte Jahr durch einen Priester geweiht.


 

Die Sakramente

Die 7 Sakramente der katholischen Kirche sind Rituale, in denen Jesus Christus selbst sich offenbart und uns seine Nähe schenkt. Er selbst ist das Zeichen und Spender der Sakramente und vollführt diese durch einen Stellvertreter, etwa den Priester.

Die Sakramente werden in drei Gruppen unterteilt:

Sakramente der christlichen Initiation – Taufe, Firmung und Eucharistie

Sakramente der Heilung – Buße/Versöhnung und Krankensalbung

Sakramente im Dienste der Gemeinde und Sendung – Weihe und Ehe  


 

 

Die Taufe 

Die Taufe symbolisiert die Wiedergeburt in Jesu Christi. Der Täufling wird in Weihwasser eingetaucht, wodurch er mit Christus stirbt und beim Auftauchen in Christus wiedergeboren wird. Währenddessen wird die Dreifaltigkeit angerufen, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Durch die Taufe wird man von der Erbsünde, allen persönlichen Sünden und der Sündenstrafe reingewaschen und ist von nun an in die Gemeinschaft Gottes eingegliedert – man ist ein Kind Gottes.

Der Täufling ist mit dem geistlichen Siegel Christi gezeichnet, welche durch keine Sünde ablösbar ist.

Bei dem Ritual widersagen die Eltern und der Pate, sollte es keine Erwachsenentaufe sein, allem Bösen, bekennen ihren Glauben und versprechen, ihr Kind im christlichen Glauben zu erziehen.

Da ein Mensch schon als Säugling die Erbsünde in sich trägt, wird im frühen Kindesalter die Taufe vollzogen. Somit wird der Täufling vom Bösen befreit und lebt fortan im Lichte Gottes.

Das Sakrament der Taufe wird seit dem Pfingsttag an alle gespendet, die an Gott glauben.

 In dem Gottesdienst der Osternacht findet durch Bekennen des Glaubens und Besprenklung mit Weihwasser eine Erneuerung der Taufe statt.

 

„Wenn also jemand in Christus ist, dann ist er eine neue Schöpfung:
Das Alte ist entstanden, Neues ist geworden.“
(2. Korinther 5,17)


 

Die Firmung

Mit der Firmung wird die Taufe abermals bestätigt und bestärkt. Die Firmlinge werden mit Chrisam, einem heiligen Gemisch aus Öl und Balsam, welches durch den Priester geweiht wurde, gesalbt. Der Priester spricht hierbei: „Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist.“ Darum wird die Firmung außerdem noch als Chrismation bezeichnet.

Die bei der Taufe erhaltenen Gaben des Heiligen Geistes werden bestärkt, man ist enger mit Gott vereint und mit Vollendung der Firmung ein vollständiges Mitglied der Gemeinde.


 

Die Eucharistie

Dieses ist das Sakrament, in dem Christus sich uns ganz schenkt. Er macht sich klein und legt sich in unsere Hände damit wir ihn in uns aufnehmen können – in jede Ader unseres Körpers. Wir feiern das Opfer Jesu, dass er für uns am Karfreitag am Kreuz gestorben ist.

Am Gründonnerstag hielt Jesus das erste Mal die Eucharistie mit seinen Jüngern – das letzte Abendmahl. Er verteilte an sie Brot und Wein als Zeichen seines Leibes und Blutes, welche er für die Menschheit hingegeben hat, zur Vergebung der Sünden.

 

Jesus, der Herr, nahm in der Nacht in der er ausgeliefert wurde,
Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte:
Das ist mein Leib für euch.

Tut dies zu meinem Gedächtnis!
Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sprach:
Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut.
Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis!

 Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt,
verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.“
(1.Korinther 11, 23-26)

Während des Gottesdienstes wird der Geist Gottes auf die Gaben gesandt, wodurch Jesus selbst leibhaftig in Brot und Wein gegenwärtig wird.

Mit der Aufnahme der heiligen Hostie, dem Brot, vereinigen wir uns mit Jesus und mit der ganzen Gemeinde.

Beim Empfang der Kommunion (des Leibes Christi) darf man sich keiner Todsünde bewusst sein. Sollte dies dennoch sein, ist man nicht würdig, sich mit Jesus zu vereinigen und muss zuvor das Sakrament der Versöhnung erhalten.


 

Die Buße und die Versöhnung

Die Versöhnung ist ein weiteres Zeichen der Liebe Gottes. Der Gläubige gesteht in der Beichte seine Sünden und macht sich selbst für sie verantwortlich.

Formen der Buße sind das Gebet, Fasten und Geben von Almosen.

Die Beichte kann nur ablegt werden, wenn man innerlich büßt, das heißt seine Taten, die einen von Gott entfernten, wirklich bereut und den Vorsatz hat, nicht mehr zu sündigen.

 

Das Opfer, das Gott gefällt, ist ein zerknirschter Geist,
ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz,
wirst du, Gott, nicht verschmähen.
(Psalm 51, 19)

Durch die Liebe zu Gott sehnt man sich nach Versöhnung mit Ihm und in dem Vertrauen, dass Er uns vergeben wird, bitten wir um Seine Gnade.

Durch das Fasten und Beten finden wir wieder näher zu unserem Herrn, besinnen uns auf das Geistliche, auf unsere Schwächen und durch das tief in sich gehen, werden wir uns unserer Sünden bewusst, um somit eine aufrichtige Beichte abgeben zu können.

Schließlich spendet ein Priester das Sakrament der Versöhnung und spricht den Gläubigen von seinen Sünden frei.


 

Krankensalbung 

Wem Jesus besondere Nähe und Liebe schenkte, waren die Kranken und Schwachen.

Gerade, wenn man krank ist und leidet, werden einem seine eigene Begrenztheit und Körperlichkeit bewusst, merkt, dass das Leben endlich ist. Man ist hilflos und ohnmächtig, sehnt sich nach Trost, Mitgefühl und Stärkung. Und genau dann ist es Jesus, der uns all dies schenken will. Damals ging er zu den Kranken, spendete ihnen Trost und heilte sie.

Und auch Jesus selbst musste großes Leid erfahren, was Kranke sich mit ihm identifizieren lässt und dem eigenen Schmerz einen Sinn gibt.

 

Die Krankensalbung bedeutet, dass ein Priester den in Lebensgefahr schwebenden Kranken, besucht, ihn an Stirn und Händen mit Öl salbt und Gebete über ihn spricht. Etwa:

 

Durch diese heilige Salbung helfe dir der Herr in seinem reichen Erbarmen,
er stehe bei dir mit der Kraft des heiligen Geistes. Amen.
Der Herr, der dich von Sünden befreit, rette dich,
in seiner Gnade richte Er dich auf. Amen.
(Gotteslob Nr. 76)

Sie ist vorbereitend für den letzten Weg auf Erden – den Weg zu Gott. Aber nicht zu verwechseln mit der letzten Ölung.


 

Weihe

Mit dem Sakrament der Weihe wird gewährleistet, dass das Erbe Jesu, welches er seinen Aposteln übergab, für immer bestehen bleibt. Dazu gehören die Verkündung des Evangeliums, der Ruf zur Umkehr, das Spenden der Taufe und der Nachlass der Sünden.

„Mit mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Herrn und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss:

Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“
(Matthäus 28, 18-20)

Die Apostel wurden ausgesandt, um die Botschaft des Herrn in die Welt hinaus zu tragen. Sie zogen aus, gründeten Gemeinden und gaben ihre Aufgaben weiter, indem sie wiederum Nächste zum Priester weihten.

Das Weihesakrament ist in drei Stufen aufgeteilt:

Das Episkopat, der Dienst der Bischöfe, in dem man dem Bischofskollegium angehört und mit dem Papst und allen anderen Bischöfen für jede andere Kirche verantwortlich ist.

Mit der Bischofsweihe erhält der Geistliche das vollkommene Weihesakrament.

Das Presbyterat, der Dienst der Priester, in welchem man beauftragt, wird das Evangelium zu predigen, Gottesdienst zu feiern und eine Gemeinde zu leiten. Ein Priester erhält bei seiner Weihung die Salbung des Geistes, welche ihn im Stande in Christi Namen, zu handeln.

Das Diakonat, der Dienst der Diakonen, bei dem man zum Dienst in der Kirche geweiht wird. Ein Diakon kann als Diener der Gemeinde angesehen werden, wie auch Jesus es für Menschen war. Sein Amt hat die Funktionen des Dienstes am Wort, in Liturgie, Seelsorge und Caritas inne.

Während der Weihung legt der Bischof dem Kandidaten die Hände auf und bittet den Herrn, dass der Heilige Geist über ihn kommen möge, um seinen Dienst mit dessen Hilfe leisten zu können. Sie sollen in der Lage sein, all ihre Taten im Namen Jesu Christi zu vollführen und nicht in eigener Autorität.


 

Ehe
In der Beziehung zweier sich liebender Menschen, spiegelt sich Jesus Christus wider. Frau und Mann opfern sich füreinander auf, vertrauen einander, lieben sich aufrichtig und treu – so wie Jesus es tat und immer tun wird. Mit dem Sakrament der Ehe, welches sich beide Partner gegenseitig spenden, wird diese Beziehung zu einem ewigen heiligen Bund.

Zudem bekennen Braut und Bräutigam ihre Liebe zu Gott, welcher schon Adam und Eva den ehelichen Auftrag erteilte: „Seid fruchtbar und vermehrt euch“ (Genesis 1,28)

 

"Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie Christus die Kirche geliebt
und sich für sie hingegeben hat.“
(Epheser 5,25)

Für Jesus war die Kirche seine Braut. Er gab sein Leben für die Kirche hin, war ihr stets treu und ergeben. Diese gegenseitige Hingabe bekünden die Eheleute indem sie sich gegenseitig das Ja-Wort geben. Sie werden einander treu lieben bis zu ihrem Tod. Sie sind eins geworden.

 

"Was Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen."
(Markus 10,9)

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